Notizen vom 46. Landauer Hungermarsch 2022

„This is my second home“ – wie immer leuchten Schwester Genovefas Augen: endlich wieder Landauer Hungermarsch.
Von Kenia nach Rheinland-Pfalz, von Voi nach Landau – große Welt ganz klein, eine Gemeinschaft in „Präsenz“ und nicht online, nach drei Jahren, nach Ausbruch der weltweiten Pandemie. Endlich wieder das Lieblingsgericht von Genovefa: Saumagen mit Sauerkraut. 500 marschieren diesmal mit, wieder kommt eine sechsstellige Spendensumme zusammen.
Noch im Dezember hat Corona auch Genovefa erwischt, mit schwerem Verlauf. Jetzt ist sie fit, ebenso wie Schwester Nelly. Die 33 jährige ist ihre Nachfolgerin im Hospital in Voi und diesmal mit zu Besuch bei Annel Jung und Klaus Armbrust. Zum ersten Mal geflogen, zum ersten Mal in Deutschland, zum ersten Mal die 30 Kilometer gewandert – für Nelly ist der Hungermarsch Grenzerfahrung und zugleich Horizonterweiterung.

Wie für viele Landauer Mitmarschierer, inspiriert von Gesprächen und Begegnungen.
Mit Pfarrer Deo, der aus Tansania gekommen ist, und von hier aus zu einer Tour d’Horizon durch Deutschland aufbricht. Mit dem Dorfnachbarn, der sein Kartoffelgratin als Kraftquelle am Wegesrand ausgibt – gratis und als Spende. Mit dem Arzt, der zum Ende seiner deutschen Berufskarriere im Hospital in Voi arbeiten möchte. Mit dem schwäbischen Paar, das die nächste Fernreise nun nach Kenia plant, um Genovefas Projekte vor Ort in Augenschein zu nehmen.
Für alle gilt: der Hungermarsch als Horizonterweiterung. Große Welt, kleine Welt – eine Welt.
Genovefa sagt es so: Landau is my second home.

Frank Simoneit, Journalist und Mitmarschierer